Freitag, Januar 20th, 2012
Der bayerischen Strickoma über die Schulter geschaut
Natürlich kann ich es auch im Urlaub nicht lassen. Bereits nach der Ankunft im Allgäu, informierte ich mich, ob es in der Nähe Menschen gibt, die mit Schiebegardinen Nähen oder mit Stricken ihr Geld verdienen. Meistens wurden meine Fragen so beantwortet, dass es zwar viele Menschen gibt, die stricken, aber kaum welche bekannt sind, die damit Geld verdienen. Damit war der Weg meines Urlaubs bereits vorgezeichnet. Ich musste also persönlich Kontakte knüpfen, um etwas über das regionale Handwerk zu erfahren, konnte also nicht irgendwo einfach hinein spazieren. Meine Ausgangslage war die, dass ich eine dieser Bad Hindelang Ferienwohnungen belegt hatte, von wo aus ich Tagestouren in die Umgebung machen wollte, um mich mit Leuten bekannt zu machen, die mir dann weiterhelfen würden.
Leider sieht man so etwas den Menschen nicht an und aufdrängen wollte ich mich auch nicht um jeden Preis. Als beschloss ich, es zu nehmen wie es kommt, mein Ohr aber offen zu halten. Während ich also in Biergärten und Cafés saß und mir vor allem die Übergrößen für Damen genauer ansah, wurde die schwindende Zuversicht durch das schöne Wetter und der herrlichen Umgebung ersetzt. Im Ferienhaus fast wieder angekommen, dachte ich schon gar nicht mehr daran, meinen Urlaub als Exkurs zu betrachten, als vor dem Haus meiner Vermieterin doch tatsächlich deren Mutter saß und strickte. Ich sah also den Wald vor lauter Bäumen nicht. Mein Urlaub jedenfalls war gerettet, genau wie meine Neugier mehr übers Stricken zu erfahren.